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10.06.2010 Global denken, lokal handeln: Klimaneutrales Stadtfest 2010
Alle Menschen nutzen Energie - tagtäglich, direkt und indirekt.
Begrenzte Vorkommen fossiler Energieträger und der von Menschen verursachte Klimawandel, erfordern Energie sparsam und effizient zu nutzen sowie Emissionen zu minimieren.
Der Klimaschutz ist eine der größten Herausforderungen für die Zukunft. Den Kommunen kommt dabei eine herausragende Rolle zu. Auf internationaler, europäischer, nationaler und Länder-Ebene geht es darum, den Rahmen für einen wirksamen und wirtschaftlich zukunftsweisenden Klimaschutz zu schaffen.
Die kommunale Ebene ist die Ebene der Umsetzung in die Praxis. Hier verdichten sich die technologischen, ökonomischen und ökologischen Herausforderungen, vor denen wir stehen. In den Kommunen wird Klimaschutz gelebte Realität. Dazu braucht es das Engagement der Kommunen, der Unternehmen vor Ort und der einzelnen Bürgerinnen und Bürger.
Ein Beispiel für dieses Engagement ist der Bezug der Stadt Reutlingen von Strom aus Wasserkraft von der FairEnergie für alle kommunalen Liegenschaften. Gemeinsam mit der Stadtmarketing und Tourismus Reutlingen GmbH hat die FairEnergie die Idee eines klimaneutralen Stadtfestes 2010 entwickelt. „Das Konzept basiert auf zwei Bausteinen", skizziert Klaus Saiger, Technischer Geschäftsführer der FairEnergie, den innovativen Vorstoß. „Zum einen werden die beim Stadtfest anfallenden CO2-Emissionen durch den Ankauf von erneuerbaren Emissionszertifikaten neutralisiert. Zum anderen stellt die FairEnergie allen Teilnehmern des Stadtfestes CO2-freien Strom aus regionaler Wasserkraft ohne Aufpreis zur Verfügung." Rund 80.000 kg Kohlendioxid (CO2) -Emissionen entstehen nach Berechnungen der FairEnergie beim Stadtfest. Im Wesentlichen wird diese Menge durch den Kraftstoffverbrauch bei der An- und Abreise der Gäste zum Stadtfest sowie durch den Energieverbrauch der Teilnehmer an den Veranstaltungstagen verursacht.
Um die anfallenden Kohlendioxid-Emissionen komplett zu neutralisieren, bedient sich die FairEnergie am Markt verfügbarer erneuerbarer Emissionszertifikate. Durch deren Ankauf wird sichergestellt, dass für jedes Gramm CO2, das beim Stadtfest ausgestoßen wird, an anderer Stelle rein erneuerbar erzeugter Strom produziert wird. Somit ist die Klimabilanz ausgeglichen und das Stadtfest kann das Prädikat CO2-neutral tragen. Die Emissionszertifikate stammen aus einem Windkraftprojekt in Taiwan. Die beiden Windfarmen „Changbin" und „Taichung" liegen an der Westküste der Insel. Die Windkraftanlagen bestehen aus 65 Windturbinen mit einer Leistung von je 2,3 MW. Damit kann Strom für rund 110.000 Haushalte produziert werden. Die gesamte CO2-Einsparung gegenüber konventionell erzeugtem Strom (z.B. in Kohlekraftwerken) beträgt rund 370.000 Tonnen pro Jahr.
Das klimaneutrale Stadtfest 2010 in Reutlingen schlägt damit gelungen eine Brücke vom lokalen Handeln zum globalen Denken und leistet einen wichtigen Beitrag zur Verringerung der CO2-Emissionen.
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